Ein Jugendprojekt, das bewegt - DAS ist „Kribbeln im Bauch“!

Ein Jugendprojekt, das bewegt - DAS ist „Kribbeln im Bauch“!

 

 

Ende des Jahres 2016 hatte uns, die jetzige 10D, unsere Klassenlehrerin, Frau Lohrmann, für ein Projekt namens „Kribbeln im Bauch“ angemeldet. Es ist ein Tanz- und Präventionsprojekt, in dem man etwas über Drogensucht, Gewalt und vor allem über sich selbst lernt.

Ende Januar 2017 fuhren wir eine ganze Woche lang jeden Morgen mit dem Zug nach Oslebshausen, wo sich die Tanzschule „Driton Dance School“ befindet. Zu Beginn waren die meisten aus der Klasse nicht wirklich begeistert von diesem Projekt, da sie keine Lust auf das Tanzen hatten. Aber das änderte sich schnell. Wir tanzten nicht nur Hip Hop mit Driton und Paco, sondern lernten auch einen Klassischen Walzer mit Randolf. In der Woche wurde aber nicht nur getanzt, sondern auch mit Tanja und den anderen Teamern über wichtige Themen, wie Sucht und Gewalt, gesprochen.

Die Atmosphäre  war dort einfach so toll, dass ein paar von uns die Liebe zum Tanzen entdeckten und alle sehr begeistert von dem Projekt waren.

Auch hat „Kribbeln im Bauch“ unsere Klasse noch enger zusammen geschweißt. Wir bewiesen einen tollen Teamgeist und legten Ende der Woche einen unfassbaren Auftritt hin. Unsere Lehrerin, unsere Eltern und die Coaches waren so stolz und begeistert von uns, dass sogar bei einigen ein paar Tränen flossen.

Ende Mai gab es dann die „Intensivwoche“ für Schüler/innen, die weitertanzen wollten. Fünf Mädchen aus unserer Klasse haben daran teilgenommen. Zusammen mit Schüler/innen von anderen Schulen wurden neue Choreografien gelernt und die bereits gelernten verfeinert. Diese präsentierten wir in einem tollen gemeinsamen Auftritt auf dem Bremer Marktplatz.

(Von Ani, Belgin und Andrea)

Bericht des Weser Kurier: www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-wer-tanzt-trinkt-nicht-_arid,1608391.html

 

Interview mit Coach und Tanzlehrer Driton

- Fragen zum Projekt:

Belgin: Wann wurde „Kribbeln im Bauch“ gestartet?

Driton: 2006

Belgin: Seit wann bist du dabei?

Driton: Seit 2008 oder 2009

Belgin: Was ist das Ziel des Projekts?

Driton: Respekt, Teamarbeit und was von der Tanzwelt mitzunehmen.

Belgin: Wie erreicht ihr das Ziel?

Driton: Durch unsere lockere Art, durchs Zuhören und meine lustige Art. Ich nehme alle Schüler so wie sie sind und versuche das Beste aus ihnen rauszuholen.

Belgin: Was lernt man während des Projektes?

Driton: Respekt miteinander, Umgang mit Konflikten und Teamarbeit.

Belgin: Was macht „Kribbeln im Bauch“ so einzigartig?

Driton: Die Familie, wir sind alle eine Familie. Nicht nur wir die Teamer, sondern auch die Schüler.

- Fragen zur Person:

Belgin: Seit wann tanzt du schon?

Driton: Ich tanze seit meinem 4. Lebensjahr, also schon seit 39 Jahren.

Belgin: Wie bist du zum Tanzen gekommen?

Driton: Durch meine Familie, besser gesagt meinen Onkel.

Belgin: Was macht dir an deinem Job am meisten Spaß?

Driton: Wenn die Schüler glücklich sind.

 

Interview mit Schauspielcoach und Tanzlehrer Ramadan (Paco)

Ani: Was sind deine Aufgaben in der Tanzschule?

Ramadan: Privattraining, Arbeit/Trainingskonzepte schreiben.

Ani: Wie bist du auf das Tanzen gekommen?

Ramadan: Es liegt in der Familie. Mein Onkel tanzte unseren Nationaltanz und Hip Hop und mein großer Bruder Driton tanzt auch Hip Hop. Außerdem schreibe ich Theaterstücke, was auch tanzen beinhaltet.

Ani: Wie lange unterrichtest du schon?

Ramadan: Seit ich 18 bin. (Er ist 29)

Ani: Gibt es Voraussetzungen für das Tanzen?

Ramadan: Viel Geduld und Durchsetzungskraft.

Ani: Welche Stilrichtung tanzt du?

Ramadan: Hip Hop und Breakdance. Breakdance habe ich mir selber beigebracht.

Ani: Seit wann tanzt du?

Ramadan: Schon von klein auf, ich bin damit groß geworden.

Ani: Wann war dein erster Auftritt?

Ramadan: Mit 12. Bei einem Theaterstück musste ich 3 Rollen spielen, bei denen ich sang, schauspielerte und tanzte.

Ani: Gab es einen besonderen Moment bei einem Auftritt? Wenn ja, was ist passiert?

Ramadan: Ja, ich kam mal auf eine p2 Bühne und hatte einen Schock, weil ich vor 500 Menschen stand.

Ani: Was machst du gegen Lampenfieber? Und was kannst du dagegen empfehlen?

Ramadan: Ich versuche ruhig zu bleiben und gehe immer alles nochmal im Kopf durch. Ich kann nur empfehlen sich zu konzentrieren und seine Energie ins Positive umzuwandeln.

Ani: Was bedeutet das Tanzen für dich?

Ramadan: Es bedeutet mir alles. Ich bin damit aufgewachsen und habe dadurch meine zukünftige Frau kennengelernt. Ohne das Tanzen würde Paco (mein künstlerischer Charakter) nicht existieren. Durch das Tanzen habe ich einen besseren Draht zu Menschen bekommen, ganz besonders zu Kindern. Ich kann sehen wo ihre Stärken und ihre Schwächen liegen. Ohne das Tanzen wäre ich heute ein ganz anderer Mensch.

 

Interview mit Coach Nico

Julienne: Was sind deine Aufgaben in der Tanzschule?

Nico: Der Präventionsteil, die Arbeit mit dem Suchtsack und ich begleite Kerstin.

Julienne: Wie bist du auf das Tanzen gekommen?

Nico: Durch Driton und Randolf.

Julienne: Wie lange unterrichtest du schon?

Nico: Seit 8 Jahren.

Julienne: Gibt es Voraussetzungen für das Tanzen?

Nico: Komm wie du bist und sei dabei!

Julienne: Welche Stilrichtungen tanzt du?

Nico: Hip Hop, Walzer und Standard.

Julienne: Seit wann tanzt du?

Nico: Schon immer, aber nur für mich alleine.

Julienne: Wann war dein erster Auftritt?

Nico: Mit 6 Jahren.

Julienne: Gab es einen besonderen Moment bei einem Auftritt? Wenn ja was ist passiert?

Nico: Dass Eure Klassenlehrerin angefangen hat zu weinen, weil sie so stolz auf Ihre Schüler/innen war.

Julienne: Was machst du gegen Lampenfieber?

Nico: Sehr intensiv dehnen und vielleicht noch einen Kaffee trinken.

Julienne: Was bedeutet das Tanzen für dich?

Nico: Ausdruck von Spaß im Leben. Und ein Austausch mit anderen Menschen.

 

Interview mit Fitnesscoach und Tanzlehrer Randolf

Meltem: Wie bist du auf das Tanzen gekommen?

Randolf: Mein Freund hat mich dazu gebracht.

Meltem: Was sind deine Aufgaben in der Tanzschule?

Randolf: Meine Aufgaben sind es Body Kick zu unterrichten und den langsamen Walzer, um die Themen Respekt und Grenzen überwinden zu vermitteln.

Meltem: Wie lange unterrichtest du schon?

Randolf: Ich unterrichte schon seit 17 Jahren.

Meltem: Welche Stilrichtungen tanzt du?

Randolf: Lateinamerikanisch.

Meltem: Seit wann tanzt du?

Randolf: Seit meinem 16. Lebensjahr.

Meltem: Wann war dein erster Auftritt?

Randolf: Mit 19 war mein erster Auftritt.

Meltem: Gab es einen besonderen Moment bei einem Auftritt?

Randolf: Ja, gab es, als ich einen Sprung über meiner Partnerin gemacht habe.

Meltem: Was hilft bei dir gegen Lampenfieber?

Randolf: Ein- und Ausatmung.

Meltem: Was bedeutet dir das Body Kick?

Randolf: Eine Möglichkeit, mich selber an meine Grenzen zu bringen.

 

Interview mit Coach Tanja

Andrea: Wie kamst du auf diesen Beruf?

Tanja: Durch ein Praktikum, das ich 2012 gemacht habe.

Andrea: Wie lange arbeitest du schon bei „Kribbeln im Bauch“?

Tanja: Schon 5 Jahre. (Seit 2012)

Andrea: Hast du jemals daran gedacht, aufzuhören mit diesem Beruf?

Tanja: Ja. Ich bekam ein gutes Angebot an einer Schule, aber habe es abgelehnt.

Andrea: Was magst du besonders an deinem Beruf?

Tanja: Dass es jeden Tag etwas Neues gibt und es das beste Team ist.

Andrea: Was magst du besonders an den anderen Trainern und was nicht so sehr?

Tanja: Was ich gerne an ihnen mag ist, dass sie sehr wertschätzend mit allen umgehen, man kann ihnen vertrauen und dass sie offen und ehrlich sind. Was ich nicht so sehr an ihnen mag ist, dass sie unorganisiert sind.

Andrea: Was sind deine Aufgaben in der Tanzschule?

Tanja: Prävention und alles Organisatorische, alles was die Projekt Mama so tut.

Andrea: Was bedeutet Tanzen für dich?

Tanja: Gefühle. Man kann alle Gefühle in den Tanz bringen.

Andrea: Waren schon mal weniger als 60 Schüler bei „Kribbeln im Bauch“?

Tanja: Nein.

Andrea: Was macht „Kribbeln im Bauch“ so einzigartig?

Tanja: Das Team, alle sind unterschiedlich, alle Schüler die kommen werden so angenommen, wie sie sind.

Andrea: Gab es schon mal Tage bei „Kribbeln im Bauch“, die nicht so schön waren?

Tanja: Na klar. Es wurden schon mal Klassen nach Hause geschickt. Es gab auch schon mal Prügeleien und Tränen.

Andrea: Gab es schon mal Momente, wo du geweint hast?

Tanja: Ja. Ich bin ein sehr emotionaler Mensch, wenn sich Schüler mir gegenüber öffnen und ihre Geschichten erzählen.