
In der heutigen Zeit stellen wir bei unseren Schülern teilweise Lernblockaden fest, die wir auf verstärkt auftretenden Leistungs- und Konkurrenzdruck sowie damit verbundene Schulangst zurückführen. Dem wollen wir in den Klassen und "Häusern" entgegenwirken, indem wir uns bemühen, ein Klima der Solidarität, der gegenseitigen Hilfe und Unterstützung zu schaffen. Uns ist wichtig, die soziale Kompetenz unserer Schüler zu fördern. Dazu gehört, die Akzeptanz von Andersartigkeit, sei es aufgrund von Begabung, nationaler bzw. kultureller Herkunft oder körperlicher Behinderung, und Toleranz gegenüber fremden Wertvorstellungen und Verhaltensweisen zu vermitteln.
Die Schüler sollen einen konstruktiven Umgang mit Konflikten und die Vermeidung verbaler oder körperlicher Gewaltanwendung lernen. Ein schönes Beispiel unserer Arbeit finden Sie hier.
Um diesen Zielen näher zu kommen, wird die Integrationsarbeit der Orientierungsstufe fortgesetzt, indem wir die Durchlässigkeit der Schularten verstärken. In den einzelnen "Häusern" wird der Projektunterricht, der ca. acht bis zehn Wochenstunden umfasst, parallelisiert, so dass die Schüler der Haupt-, der Realschule und des Gymnasiums ganz flexibel entweder im ursprünglichen Klassenverband oder in schulartenübergreifenden Gruppen arbeiten können. Unsere Schüler mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten lernen dabei, wie sie gemeinsam vorgegebene, aber auch selbstgesteckte Ziele erreichen können. Auch in den Fächern Sport, Kunst, Musik, Textilem Gestalten, Technischem Werken sowie im Anfangsunterricht in Biologie, Physik und Chemie werden die Schüler in schulartenübergreifenden Gruppen ihres "Hauses" unterrichtet.

Auf Klassenfahrten, die wir nicht nach Schularten getrennt, sondern zumeist im "Haus"-Verbund unternehmen, können weitere soziale Erfahrungen gemacht und ergänzende Projekte in einem anderen Rahmen durchgeführt werden. Durch die ständigen Verschlechterungen in der Stundenzuweisung für unser "Haus"-Konzept und die in Folge dessen erhöhten Klassenfrequenzen mussten gemeinsame Klassenfahrten der "Häuser" und der Anteil des integrierten Unterrichts in den Projektphasen allerdings in der letzten Zeit reduziert werden.

Erziehung zur Toleranz gegenüber Menschen aus anderen Kulturkreisen versuchen wir insbesondere durch interkulturellen Unterricht im Rahmen unserer Projekte zu verwirklichen. Beispielsweise werden Themen wie der "Umgang mit dem Fremden" oder "Ausländerfeindlichkeit in unserer Gesellschaft" im Unterricht behandelt. Feste unterschiedlicher Religionen geben Anlass, die Schüler mit Sitten und Gebräuchen anderer Völker vertraut zu machen. Der Schüleraustausch mit England, Frankreich und Polen ermöglicht eine weitere Auseinandersetzung mit den Lebensweisen anderer Kulturen.