Trainingsraum

 

Der Ursprung des Trainingsraumprogramms liegt in Phoenix, Arizona. Dort wurde es zuerst 1994 von dem Sozialarbeiter Edward E. Ford auf der Basis der Wahrnehmungskontrolltheorie von William T. Powers eingeführt. Mittlerweile erfreut es sich wachsender Beliebtheit in Amerika, Australien und seit 1996 auch in Deutschland.

An unserer Schule wird seit dem 15. März 2004 schrittweise das Trainingsraum Programm eingeführt, das sich schon an vielen Schulen bewährt hat. Auch wir erhoffen uns von der Durchführung des Programms eine Entspannung des Klassen und Schulklimas sowie mehr Lernerfolg für alle Schülerinnen und Schüler.

Die Hauptidee des Trainingsraumprogramms besteht darin, dass alle Schülerinnen und Schüler, die den Unterricht häufig stören, verantwortliches Denken und Handeln in einem besonderen Raum, dem Trainingsraum, unter Anleitung eines Lehrers oder Sozialpädagogen lernen. Sie können hier in Ruhe über ihr Verhalten nachdenken. Sie haben so eher die Möglichkeit einzusehen, dass ihr häufiges Störverhalten auch die Rechte der anderen Schüler beeinträchtigt. Alle Schüler sollen lernen, die Klassenregeln einzuhalten. Sobald ein Kind gelernt hat, verantwortlich für sich und andere zu handeln, kann es mit dieser neuen Fähigkeit auch zu Hause und in der Freizeit Probleme besser bewältigen.

Das Programm

Bei der Einführung des Programms werden die Schul- Regeln in jeder Klasse vorgestellt. Über diese Regeln kann nicht abgestimmt werden, da es keine Alternative zum respektvollen Umgang gibt. Es ist die Pflicht der Schule Toleranz, Einsicht, Respekt, Empathie, Hilfsbereitschaft und Verantwortungsbereitschaft für die Gruppe zu fördern.

Wenn ein Schüler in der Klasse den Unterricht stört, wird er respektvoll ermahnt und gefragt, ob er sich lieber an die Regeln halten möchte, oder ob er in den Trainingsraum für verantwortliches Denken gehen möchte. Wenn der Schüler nicht einlenkt, dann muß er in den Trainingsraum gehen. Wenn er zurück in die Klasse möchte, muß er einen Rückkehrplan erstellen, in dem er darlegt, wie er es das nächste Mal schaffen will, seine Ziele zu erreichen, ohne die anderen in der Klasse zu stören.

Dies setzt voraus, dass der Schüler sich Gedanken darüber macht, was er denn selber möchte, was die anderen in der Klasse möchten und wie er seinen Beitrag für die Gemeinschaft leisten kann. Dieser Rückkehrplan liegt nun schriftlich vor und kann immer wieder mit dem tatsächlichen Verhalten und nachfolgenden Plänen verglichen werden. Mit dem im Trainingsraum besprochenen Rückkehrplan geht der Schüler in der nächsten Stunde zurück in den Unterricht des Lehrers, der ihn geschickt hat, ohne erneut zu stören.

Der Lehrer bespricht sobald er Zeit findet, diesen Plan und es wird eine Vereinbarung auf der Grundlage des Plans getroffen.

In vielen Klassen leidet der Unterricht darunter, dass es Schüler/innen gibt, die häufig den Unterricht stören.
Unter den Störattacken leiden dann alle Beteiligten, auch die Störenden selber, wenngleich sie dies nicht unmittelbar einsehen wollen.

Die Anwendung des Programms führt für alle Beteiligten (Schüler, Lehrer und Schulleitung) dazu, dass sie neue Möglichkeiten und Freiräume gewinnen.

Die lernbereiten Schüler/innen können ungestörter lernen, die Lehrer/innen können ungestörter und gelassener unterrichten und die häufig störenden Schüler/innen erhalten pädagogisch sinnvolle Unterstützungen.
Die Schulleitung wird nicht mehr als andauernde Clearing Stelle übermäßig in Anspruch genommen.

Die Ziele des Trainingsraumprogramms

  1. Das erste und wesentlichste Ziel des Programms besteht darin, die lernbereiten Schüler/innen zu schützen und ihnen entspannten, ungestörten und qualitativ guten Unterricht anzubieten.
  2. Das zweite Ziel des Programms besteht darin, häufig störenden Schüler/innen Hilfen anzubieten, die darauf ausgerichtet sind, dass sie ihr Sozialverhalten verbessern und die notwendigen sozialen Schlüsselqualifikationen erwerben.

Da es nicht in der Macht der Lehrer/innen liegt zu bestimmen, ob ein verhaltensschwieriger Schüler diese Hilfen auch annehmen möchte, kann ein Fortschritt in diesem Bereich nicht in jedem Einzelfall erwartet und garantiert werden. Die Schule kann aber mit dem Programm den lernbereiten Schüler/innen einen entspannteren und weniger oft und stark gestörten Unterricht garantieren.
Davon profitieren nicht zuletzt auch die Lehrer/innen selber.